Nach über eineinhalb Wochen verlegenen Schweigens hat Schisslife den Mut gefasst, sich mit uns in Kontakt zu setzen. Am Mittwoch gegen 14.00 Uhr kommt der Versuch einer schriftlichen Einschüchterung per Fahrradkurier zum ZACK! SwissLife ordnet an, das Gelände zu räumen und droht mit überrissenen rechtlichen Konsequenzen, anstatt zu den Anliegen des Quartiers Stellung zu nehmen. Von einem gesichtslosen Riesenkonzern haben wir keine Angst. Die Menschen vor Ort sind wichtiger als euer Profit!
Wir sind noch immer hier! Jeden Tag vertiefen wir die Beziehungen untereinander, zum Ort, zur Umgebung! Wir lassen uns nicht einschüchtern von der Kriminalisierung der SwissLife! Eine gewaltvolle Räumung und den damit systematischen Schutz gegebener sozialer Macht- & Ungleichheitsstrukturen werden wir nicht stillschweigend hinnehmen. Unsere Träume lassen sich nicht räumen! Was uns das ZACK bisher gezeigt hat: Wenn wir uns zusammentun, können wir auch milliardenschweren Immobilienfirmen, die uns mit ihrem Geldwahn aus dem Klybeck vertreiben möchten, und der Regierung, die das möglich macht, richtig mies ans Bein pissen! So vielfältig wie die Leute das ZACK mitaufgebaut haben, werden auch die Taktiken des Widerstands gegen eine Räumung des Projekts sein! Die Stadt der Reichen ist angreifbar!
Die Stadt Basel steht gegenüber der Bevölkerung und ihren Anliegen in der Verantwortung und hat eine Räumung zu verhindern! SwissLife soll die Gebäude K102, K104 und K106 vertrags- und fristlos der Selbstverwaltung von Unten überlassen!
Hier passiert seit zwei Wochen Quartierentwicklung. Zugänge werden geöffnet, Räume erschlossen und Träume erhalten. Noch nie waren so viele Menschen auf dem Areal wie in den letzten Wochen. Das Bedürfnis nach einem selbstverwalteten Kulturzentrum in Basel ist riesig. Wie viele Menschen hier zusammengekommen sind mit Bedürfnissen, Wünschen, Projekten und Ideen ist immens. In zwei Wochen wurde im ZACK eine Gemeinschaftsküche, mehrere WCs, Abfalltrennungssysteme, eine Skateramp und eine Bühne gebaut. Ein Freeshop, ein Nähatelier, eine Werkstatt, eine Spielecke für Kinder, eine Miniversion vom Padel und ein Swimmingpool ist entstanden. Co-Working-Spaces, Sitzungszimmer und Veranstaltungsräume wurden eingerichtet, Kunstschaffende richten Ateliers ein, täglich wird gekocht und diskutiert. Weitere Ideen: Ballroom-Sessions, Bandräume, Senior_innengemeinschaft, Gemeinschaftsgarten, selbstverwalteter Quartiertreffpunkt, die Liste ist lang.
Wir haben zwar keine eigene Rechtsabteilung und keine Milliarden beiseite wie SwissLife. Doch wir haben unsere Vorstellungen davon, wie wir in unserem Quartier leben und wofür wir gemeinsam einstehen: Ein Klybeck für Alle, in dem selbstverwaltete, kulturelle Freiräume langfristig existieren können und keiner Profitlogik unterliegen. Ein Ort, der von den Menschen geprägt und gestaltet wird, die hier leben und ihren Alltag verbringen – wo Träume entstehen und Gemeinschaft gelebt wird!
Die Stadt Basel gibt sich gerne als offene Kulturstadt und gerade in der kommenden Woche rühmt sie sich mit der Art Basel. Doch für Kultur von und für die Menschen von hier gibt es keinen Platz. Sollte die Kantonspolizei Basel-Stadt sich auf die Seite von SwissLife schlagen und das ZACK gewaltsam räumen, sehen wir uns wohl oder übel dazu gezwungen, unsere kulturellen Tätigkeiten in den nächsten Wochen an andere Orte auszulagern. Die spiessige Cüpli-Gemeinschaft der Kunstwelt wird sich sicher über ein paar vogelfreie Wilde freuen!
Unsere Wut aufs System und unser Tatendrang nach Alternativen ist grösser als eure blinkenden Geldzeichen in den Augen!
Das ZACK! hat sich eingebrannt in unseren Herzen und ist