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ZACK!

Zone Autonome Culturelle Klybeck

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Autor: zack57

Drohbriefe von SwissLife: Davon lassen wir uns nicht einschüchtern

Posted on Juni 17, 2026 - Juni 17, 2026 by zack57

Nach über eineinhalb Wochen verlegenen Schweigens hat Schisslife den Mut gefasst, sich mit uns in Kontakt zu setzen. Am Mittwoch gegen 14.00 Uhr kommt der Versuch einer schriftlichen Einschüchterung per Fahrradkurier zum ZACK! SwissLife ordnet an, das Gelände zu räumen und droht mit überrissenen rechtlichen Konsequenzen, anstatt zu den Anliegen des Quartiers Stellung zu nehmen. Von einem gesichtslosen Riesenkonzern haben wir keine Angst. Die Menschen vor Ort sind wichtiger als euer Profit!

Wir sind noch immer hier! Jeden Tag vertiefen wir die Beziehungen untereinander, zum Ort, zur Umgebung! Wir lassen uns nicht einschüchtern von der Kriminalisierung der SwissLife! Eine gewaltvolle Räumung und den damit systematischen Schutz gegebener sozialer Macht- & Ungleichheitsstrukturen werden wir nicht stillschweigend hinnehmen. Unsere Träume lassen sich nicht räumen! Was uns das ZACK bisher gezeigt hat: Wenn wir uns zusammentun, können wir auch milliardenschweren Immobilienfirmen, die uns mit ihrem Geldwahn aus dem Klybeck vertreiben möchten, und der Regierung, die das möglich macht, richtig mies ans Bein pissen! So vielfältig wie die Leute das ZACK mitaufgebaut haben, werden auch die Taktiken des Widerstands gegen eine Räumung des Projekts sein! Die Stadt der Reichen ist angreifbar!

Die Stadt Basel steht gegenüber der Bevölkerung und ihren Anliegen in der Verantwortung und hat eine Räumung zu verhindern! SwissLife soll die Gebäude K102, K104 und K106 vertrags- und fristlos der Selbstverwaltung von Unten überlassen!

Hier passiert seit zwei Wochen Quartierentwicklung. Zugänge werden geöffnet, Räume erschlossen und Träume erhalten. Noch nie waren so viele Menschen auf dem Areal wie in den letzten Wochen. Das Bedürfnis nach einem selbstverwalteten Kulturzentrum in Basel ist riesig. Wie viele Menschen hier zusammengekommen sind mit Bedürfnissen, Wünschen, Projekten und Ideen ist immens. In zwei Wochen wurde im ZACK eine Gemeinschaftsküche, mehrere WCs, Abfalltrennungssysteme, eine Skateramp und eine Bühne gebaut. Ein Freeshop, ein Nähatelier, eine Werkstatt, eine Spielecke für Kinder, eine Miniversion vom Padel und ein Swimmingpool ist entstanden. Co-Working-Spaces, Sitzungszimmer und Veranstaltungsräume wurden eingerichtet, Kunstschaffende richten Ateliers ein, täglich wird gekocht und diskutiert. Weitere Ideen: Ballroom-Sessions, Bandräume, Senior_innengemeinschaft, Gemeinschaftsgarten, selbstverwalteter Quartiertreffpunkt, die Liste ist lang.

Wir haben zwar keine eigene Rechtsabteilung und keine Milliarden beiseite wie SwissLife. Doch wir haben unsere Vorstellungen davon, wie wir in unserem Quartier leben und wofür wir gemeinsam einstehen: Ein Klybeck für Alle, in dem selbstverwaltete, kulturelle Freiräume langfristig existieren können und keiner Profitlogik unterliegen. Ein Ort, der von den Menschen geprägt und gestaltet wird, die hier leben und ihren Alltag verbringen – wo Träume entstehen und Gemeinschaft gelebt wird!

Die Stadt Basel gibt sich gerne als offene Kulturstadt und gerade in der kommenden Woche rühmt sie sich mit der Art Basel. Doch für Kultur von und für die Menschen von hier gibt es keinen Platz. Sollte die Kantonspolizei Basel-Stadt sich auf die Seite von SwissLife schlagen und das ZACK gewaltsam räumen, sehen wir uns wohl oder übel dazu gezwungen, unsere kulturellen Tätigkeiten in den nächsten Wochen an andere Orte auszulagern. Die spiessige Cüpli-Gemeinschaft der Kunstwelt wird sich sicher über ein paar vogelfreie Wilde freuen!

Unsere Wut aufs System und unser Tatendrang nach Alternativen ist grösser als eure blinkenden Geldzeichen in den Augen!

Das ZACK! hat sich eingebrannt in unseren Herzen und ist

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Posted on Mai 30, 2026 - Juni 8, 2026 by zack57

Basel, Klybeck Quartier: 30. Mai 2026

Der selbstverwalteten (Kultur-)Szene den Stecker gezogen..? ..ZACK – läuft wieder!

Heute, in der Nacht vom 30. Mai 2026 wurden die leerstehenden Gebäude K106, K104 und K102 im nördlichen Teil des Klybeck-Areals besetzt.

Mit der Besetzung des Areals haben Menschen der Stadt Basel einen dringend benötigten selbstorganisierten (Kultur-)raum zurückgeholt!

Das Ende der professionell abgewickelten Zwischennutzung auf dem Areal ist kein Grund die Gebäude dem Jahrelangen Leerstand und den Profitinteressen zu überlassen. Um stattdessen einen Ort des Miteinanders zu schaffen, rufen wir alle Menschen des Quartiers, der Stadt Basel und darüber hinaus dazu auf, vorbeizukommen und sich einzubringen.

Wir fordern die Stadt Basel, Swisslife und Rhystadt AG dazu auf, die heute besetzten Gebäude im nördlichen Teil des Areals langfristig und vertragslos abzutreten, aus der restlichen Quartiersplaung von Klybeck Plus herauszulösen und die Nutzung des Areals an die Selbstverwaltung von Unten zu übergeben.

WER WIR SIND

Wir sind die Bewohnenden eines Quartiers und einer Stadt, die sich selbst schon längst verkauft hat. Wir sind die Übriggebliebenen einer jahrelangen Aufrechterhaltung von nicht-kapitalisierten und kollektiven Räumen; die Vertriebenen aus unseren Häusern, Besetzungen, Werkstätten, Veranstaltungsräumen, Ateliers und Proberäumen.

Wir kommen aus gemeinschaftsorientierten, kollektiverwalteten und jahrelang gepflegten sozialen Zusammenhängen und reihen uns ein in die gelebte Geschichte einer autonomen Bewegung sowie Kulturszene in Basel und ihren Kampf für Nischen, Freiräume, DIY und Tamtam. Wir sind miteinander verbunden durch unsere politische Überzeugung, der Ablehnung der kapitalisierten Kulturlandschaft, und der Erinnerung an Zeiten, in denen Orte noch ohne finanzielle Fördermittel und unnötige bürokratische Anstrengungen auskamen.

Nun sind wir zusammengekommen, weil wir alle an einem Punkt angelangt sind, an dem es uns unmöglich erscheint, unsere unentgeltlichen Vorhaben, Veranstaltungen, Experimente, sozialen Zusammenkünfte und lebendige Begegnungsorte weiterzuführen. Wir mussten viele unserer Räume über die Jahre verlassen, der Ball wurde lange genug flach gehalten. Doch wir lassen uns nicht weiter vertreiben, der Kampf um eine Stadt von Unten geht weiter und wir mischen ab jetzt wieder mit!

WAS BISHER GESCHAH

Die historisch und architektonisch einzigartigen Gebäude im nördlichen Teil des ehemaligen Areals der Chemiefirma BASF sind Teil der Industriegeschichte von Basel und glücklicherweise verschont von schädlichen Giftstoffen im Boden. 2019 wurde das gesamte Werkareal – rund 300’000 m2 – für 1.2 Milliarden Franken an die zwei Immobilieninvestoren Swisslife und Rhystadt AG verkauft, die in Kooperation mit der Stadt Basel ihr Renditeprojekt „KlybeckPlus“ in Form eines Stadtquartiers vorantreiben.

Mit der professionellen Zwischennutzungsvermittlung «Unterdessen», die zwischen 2019 und 2026 diverse Zwischennutzungsverhältnisse auf dem Areal abwickelte, konnte der Leerstand mittelfristig kaschiert werden, ohne strukturelle Probleme zu lösen. Im Gegenteil: Statt einer dauerhaften öffentlichen Nutzung werden von der Eigentümerschaft Zwischennutzungen strategisch Gebrauch gemacht, um anhand kultureller und künstlerischer Projekte die Wertsteigerung voranzutreiben, ohne eine langfristige Verpflichtung einzugehen. Trotz dem Ausbleiben von Bebauungsplänen wurde den letzten Parteien auf dem Areal fristlos auf Ende April 2026 gekündigt. Das gesamte Areal steht nun leer.

FREIRÄUME IN BASEL

Es fehlen Räume, in denen wir spontan zusammenkommen, in die wir einladen, in denen kollektive Ideen entstehen und lebendig gehalten werden, in denen wilde Experimente und lustige Fehler möglich sind und ungeplante soziale Interaktionen stattfinden.

Das NT-Areal wurde schon vor Jahren, im Einklang mit den Interessen der Investor_innen zu einem professionell und hierarchisch verwalteten hübschen Wohnquartier, das Lysbüchel wird im Herbst darauf folgen. Rheinhattan konnte 2013 mit einer grossen Kampagne vorläufig versenket werden. Nun wüten bis zur baldigen Wiederaufnahme des Bauvorhabens an der Uferstrasse verschiedenen Zwischennutzungen, die sich einen alternativen Anstrich aneignen und daraus Profit schlagen. Jeder noch so kleinen Lücke der Stadt wird eine effiziente Nutzung auferlegt und gefüllt mit projektorientierten, temporären und profitablen Fördervereinen und Playern der Gentrifizierung. Räume für Undefiniertes, für noch Unklares, fürs Ausprobieren im Dazwischen passen längst nicht mehr ins Stadtbild.

Im Grunde genommen sind es noch immer die gleichen Forderungen, die schon ein bis zwei Generationen vor uns, in den 80ern gestellt wurden und die gerade Heute wichtiger sind denn je!

GEGEN DIE STADT DER REICHEN

Während sich die Stadt mit ihrer punktuellen Kulturförderung zu rühmen versucht, verkauft sie ganze Quartiere an millionenschwere Privatkonzerne der ekligsten Art. Diese wiederum setzen ihren Profitoasentraum ohne Rücksicht auf Verluste in die Tat um und verschleiern ihr Geldanlageprojekt ganz nach neoliberaler Manier als partizipative Stadtentwicklung.

Doch statt einer ehrlichen und bedürfnisorientierten Einbindung des gesamten Quartiers gibt es Infoanlässe, denen weder Mitsprache noch Entscheidungsmacht zukommt. Eine strategische Instrumentalisierung partizipativer Konzepte, deren wissenschaftlich fundierte Endform die Selbstverwaltung ist.

Hierfür ist die Regierung verantwortlich. Wir brauchen keine neuen 4-Zi-Wohnungen für 3000 CHF aufwärts. Wir brauchen keine Hightech-Hobbyräume, keine modularen Cafés und auch keine mobilen Grünanlagen. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen und undefinierte Freiräume, die wir selbstverwaltet und unkommerziell organisieren!

(JUGEND)KULTUR IST KEIN GESCHÄFT – (JUGEND)KULTUR IST DIY

Im Anschluss an die Schliessung des Sommercasinos äusserte sich der Regierungsrat Conradin Cramer auf eine Interpellation (Nr 62., eingereicht vor der Grossratssitzung vom 15. Mai 2024) betreffend Zukunft und Förderung von Jugendkultur in Basel wie folgt:

„Ob ein «Jugendkulturhaus» (…) weiterhin den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen entspricht, ist zu prüfen. Der Input dazu muss von Akteuren der Jugendkultur kommen.“

Wir nehmen dich beim Wort Conradin und sehen unsere proaktive Aneignung des öffentlichen Raums auch als notwendigen und längst überfälligen Input im Rahmen einer selbstbestimmten und eigendynamischen Jugendkultur. Übrigens ganz im Sinne eurer Definition einer „Jugendkultur als aktive und selbstinitiierte kulturelle Tätigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt (…), da die Projekte der aktiven Jugendkultur meist von den Jugendlichen selbst initiiert und von ihren Interessen geprägt sind“

Die Jugend braucht keine projektorientierte, individualisierte und neoliberale Kulturförderung. Die Jugend braucht – wie alle anderen – Raum!

Wir sind viele! Wir sind DIY! Wir sind autonom, unkommerziell und selbstverwaltet! Wir sind Stadtentwicklung von Unten! Wir scheissen auf eure Stadt der Reichen! Wir wissen was hinter den Zäunen auf uns wartet und wir holen es uns! WIR SIND AUF ZACK!

Hast du Ideen / Feedback: zack@immerda.ch

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