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ZACK!

Zone Autonome Culturelle Klybeck

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NUR ZUSAMMEN GEHTS GEGEN VERDRÄNGUNG

Posted on Juli 16, 2026 - Juli 16, 2026 by zack57

#stimmen_aus_dem_zack

…Was das Zack diesen Monat bewirkte und noch weiterhin zu bewirken versucht = warum’s so wichtig ist, diesen Kampf weiterzuführen…

Die Gentrifizierung im Klybeck ist in vollem Gange – und das Tempo wird noch massiv anziehen. Was heisst das alles genau und was bringen Besetzungen wie das ZACK dabei?

Laut Duden bedeutet Gentrifzierung: „Aufwertung eines Stadtteils durch dessen Sanierung oder Umbau mit der Folge, dass die dort ansässige Bevölkerung durch wohlhabendere Menschen verdrängt wird“.

Vom einen auf den anderen Moment werden also die Häuser/Strassen/Ecken/Läden mit denen wir aufgewachsen sind, die uns Halt geben, am Herzen liegen oder wir mitgeprägt haben ersetzt mit aus dem Boden gestampften grauen, kalkulierbaren, anonymen, seelenlosen, überteuerten Bauten. Diese Aufwertungsprozesse werden nicht nur das Klybeck massiv prägen – auch die umliegenden Stadtteile werden von erhöhten Mieten und Verdrängung betroffen sein.

Verantwortlich dafür sind Immobilienhaie und Investor:innen, die auf Kosten von Menschen ihre eigenen Geldtaschen füllen (wollen); ohne Rücksicht auf die ansässige Bevölkerung:

„Da es sich bei „klybeck plus“ um ein Investitionsprojekt handelt, werden die Investoren versuchen, damit möglichst viel Geld zu verdienen. Dies soll durch Mieten und künftig steigende Grundstückspreise geschehen. Das bedeutet, dass die Mieten in diesem neuen Stadtviertel kaum günstig ausfallen können – auch wenn die Stadt dies verspricht. Zudem wirken sich hohe Mieten und Grundstückspreise in einem Stadtteil stets auf die Umgebung aus; früher oder später werden also auch in den bereits bestehenden Wohnvierteln die Mieten steigen. Das ist nicht bloss eine Befürchtung, sondern die Logik des Marktes“ (https://klybeckminus.noblogs.org/wasistklybeckplus/#De).

Dass das ärmste Quartier der Stadt nun auch noch zum reichsten quartier der Stadt gemacht wird ist ad absurdum. Wo sollen denn all die Menschen hin? Wer soll denn diese Stadt zukünftig bewohnen? Für wen ist diese Stadt überhaupt (noch)?

„Damit reiht sich das Klybeckplus in eine globale Entwicklung ein, die Menschen ihrer zuhause beraubt, in die Agglomeration drängt, sie präkarisiert und entmündigt“ (Stimmen aus dem Klybeck – Einmalige Quartierzeitung mit Interviews und Informationen zum Stand von Klybeck Plus 2026).

Gentrifizierung führt also unweigerlich dazu, dass es erschwert wird, dass sich eine Gemeinschaft bilden kann: Die bisherige Nachbar:innenschaft wird ersetzt durch wohlverdienende Neuzugezogene, niemand kennt sich mehr. Dadurch wird verunmöglicht, dass konstante Beziehungen gepflegt werden können. Zusätzlich identifizieren sich bisherige Bewohnende nicht mehr mit der sich verändernden Umgebung: Das altbekannte Lädeli muss einem hippen Kaffee weichen, die langjährige Beiz wird durch eine schicke junge urbane Pizzeria ersetzt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Diese Entwicklungen, weil sie kapitalistisch und systematisch verankert sind, und Riesenkonzerne und lange bürokratische sytemische Prozesse diese stützen, können den Anschein erwecken, dass wir als Bewohnende dieser Stadt keinen Einfluss darauf haben können, dass wir diesen Veränderungen schlichtweg ausgeliefert sind und sie Sache der Natur sind (Soll ja auch viele neue Bäume geben im neuen Stadtteil; damit’s auch ganz schön natürlich wirkt, das Ganze!).

Was eine Besetzung wie das ZACK gezeigt hat, aber auch andere Wohnbesetzungen und basisdemokratische Projekte, die Menschen zusammenbringen, haben eine enorme und nicht zu unterschätzende Kraft, um sich gegen Monsterkonzerne und deren zerstörerischen Interessen zusammen zu tun. Gemeinschaftsbildung ist unsere Stärke um individuellen, neoliberalen Tendendenzen des einfach Akzeptierens von Veränderungen entgegenzuwirken:

Wenn ganze Stadtteile teurer werden und sich Menschen somit die Mieten nicht mehr leisten können, dann brauchen wir einander, um uns auszutauschen über unsere Ängste, über Handlungsoptionen und um der Ohnmacht gemeinsam zu entfliehen. Dadurch, dass wir uns zusammentun, erfahren wir von unseren Ängsten und spüren, dass wir damit nicht alleine sind, weil diese Sorgen viele Leute mit sich tragen. So wird die politische Dimension erkennbar, was ein Gefühl der Handlungsfähigkeit zurückgibt. Dadurch, dass sich gemeinsam ausgetauscht und organisiert wird, kann Gentrifizierung als systematisches Problem erfasst werden: Die Wahrnehmung und das Verständnis von einzelnen Schicksalen, die betroffen sind von den Veränderungen, verschiebt sich auf eine Systempolitische Kritik. So wird Gentrifizierung emotionalisiert, eine ablehnende Haltung entwickelt und schliesslich kollektiv neue Handlungsfelder gesucht und erschaffen. Dieses Potential entsteht durch Gemeinschaft! Es entstehen protestierende Akteur:innen, die gesehen und gehört werden. Denn von diesen Stadtentwicklungen sind wir alle betroffen, obwohl es sich sehr individuell anfühlt! Auf sich alleine gestellt ist es schlicht nicht möglich, mit den (schnellen) Veränderungen der Welt klarzukommen und diese zu konfrontieren. Wir kreieren kollektive Identitäten, wodurch politische Organisierung überhaupt erst entstehen kann. So kann Widerstand von unten gegen eine komplette Veränderung ganzer Stadtteile aufgebaut werden.

„Die kleinste Ebene von Widerstand gegen Gentrifizierung ergibt sich somit aus Beziehungen und zwischenmenschlichen Begegnungen. Sie sind Voraussetzung für die Erschaffung eines handlungsbefähigten Akteurs, der wohnpolitischen Wandel auslösen kann“ (Merz Enríquez 2026, Alles wird gut besetzt: Wie Zürichs Hausbesetzer*innen nachbarschaftliche Gemeinschaftsbildung im Widerstand gegen Gentrifizierung einsetzen. Bachelorarbeit Sozialanthropologie, Universität Zürich). Dadurch wird die Logik von Gentrifizierung unterwandert und eine Gegenbewegung geschaffen.

Besetzungen können somit eine wichtige Grundlage sein um sich überhaupt erst zu vernetzen in einer überindividualisierten Welt. Zum einen als druckfreie Begegnungsflächen aber genauso um selbstorganisiert die Freiräume sich so einzurichten wie die Menschen in dieser Stadt dies brauchen. Wenn sich niemand mehr Eintritte in Clubs und Bars mehr leisten kann, müssen wir Orte schaffen, an denen (gratis) und selbstbestimmt Kultur angeboten und konsumiert werden kann.

Wir brauchen einander! Wenn wir in diesem Quartier und in dieser Stadt weiterhin wohnen wollen anstatt an den Stadtrat gedrängt zu werden oder mit anzuschauen wie dies unseren Nachbar:innen passiert, müssen wir uns wehren und zusammenstehen!

Überlassen wir unsere geliebten Strassenecken, unsere geliebten Häuser und Lädelis des Vertrauens nicht dem Wahn der Geldmaschinerie! Sonst ist bald alles grau, anonym und kalt.

Überlassen wir die Stadtentwicklung nicht denen Oben, bilden wir Gemeinschaft von Unten und werden kreativ, wie unser Protest aussieht!

Uns wurde zwar der Ort genommen, der diese Aktionen ermöglichte. Aber wir sind weiterhin daran, uns zusammenzutun. Wenn dich diese Entwicklungen ebenso betroffen machen – aus welcher Perspektive auch immer (ob als Bewohnende vom Klybeck oder einem sonstigen Stadtteil) oder du Lust hast gegen die Stadt der Reichen aktiv zu werden, melde dich bei zack@immerda.ch. Der Widerstand ist noch lange nicht vorbei !

GENTRIFIZIERUNG VERSUCHT ZU VEREINZELN. ABER WENN WIR UNS ZUSAMMENTUN, DANN BEWIRKT SIE GENAU DAS GEGENTEIL: GEMEINSCHAFT.

Posted in STIMMEN_AUS_DEM_ZACK

#Stimmen_aus_dem_zack

Posted on Juli 7, 2026 - Juli 16, 2026 by zack57

Diese mit #Stimmen_aus_dem_zack markierten Beiträge sind Sammlungen von Perspektiven, Analysen, Meinungen die im und rund um’s ZACK rumtummeln. Damit soll ersichtlich werden, dass es verschiedenste Ansätze gibt und diese Platz haben sollen. Falls ihr auch einen Beitrag veröffentlichen wollt, sendet ihn an zack@immerda.ch.

Posted in STIMMEN_AUS_DEM_ZACK

Swisslife = Schisslife

Posted on Juli 7, 2026 - Juli 16, 2026 by zack57

#stimmen_aus_dem_zack

Hintergründe zur Firma Swisslife und deren Vorhaben im Klybeckquartier

Die Firma Swiss Life mit Sitz in Zürich, „Eigentümerin des ZACK-Areals“, ist Versicherung, Pensionskasse, Stiftung und Immobilienfonds in einem und verwaltet Vermögen in Milliardenhöhe. Sie besitzt zahlreiche Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Schweiz und Europa (Fast 40’000 Wohnungen allein in der Schweiz). Damit gehört sie zu den grössten Immobilienbesitzerinnen der Schweiz: Sie liegt direkt hinter der UBS auf Platz zwei. Mit der Spekulation und Verwaltung von Boden und Wohnraum erzielt der Konzern hohe Gewinne, alles auf Kosten der Mieter:innen und Versicherten. „Nicht nur die Immobilienrenditen sprudeln, über 260’000 Versicherte aus 34’000 Betrieben mit 30 Milliarden Franken Alterskapital sind Swisslife angeschlossen. Dank dem Rentenklau mit tief verzinsten Altersguthaben und dem Lebensversicherungsgeschäft lag der Reingewinn von Swiss Life für 2025 erneut bei über einer Milliarde Franken“ (https://www.workzeitung.ch/2026/05/die-doppelmoral-des-rolf-doerig/).

Währenddessen mischt dieser Big Player im Klybeckquartier mit: Dieses ist das ärmste Quartier der Stadt Basel. In den nächsten Jahren soll sich hier sehr vieles sehr grundlegend verändern: Das Projekt Klybeck Plus sieht den Bau eines neuen Stadtquartiers mit tausenden Wohnungen und Arbeitsplätzen vor und wird von Swiss Life, gemeinsam mit Rhystadt AG und der Stadt Basel als Planungspartner entwickelt. Dass Investor:innen mit Profitinteressen die Entwicklung eines gesamten Quartiers mit Einfluss auf die ganze Stadt planen ist per se absurd. Dass ein Investor die Zukunft von unserem Quartier dann von Zürich aus plant ist zusätzlich absurd!
Diese Entwicklungen bedeuten Abriss und Neubau und somit: Baustellen an jeder Strassenecke nachdem bisherige Mieter:innen vom einen auf den anderen Schlag aus ihrer vertrauten Umgebung verdrängt werden. Ältere und arme Menschen sind am meisten von der Verdrängung betroffen.
Schon seit Jahren sind die Mietpreise im Klybeck immer mehr angestiegen. Menschen müssen wegziehen und reichere Menschen ziehen her. Das wird sich alles rasant zuspitzen. All die Luxussanierungen wird sich niemand mehr leisten können. Die Gentrifizierung ist in vollem Gange. Die von Konzernen mitverschuldete Wohnkrise ist für die Mieter:innen direkt spürbar, wie man das am Beispiel Zürich sieht

Wenn Konzerne wie Swisslife immer mehr Häuser, Land und Vermögen besitzen, bedeutet das mehr Macht für einige Reiche und weniger Selbstbestimmung für viele andere. Wohnen wird zur Ware, Städte wie Basel werden nach kapitalistischem Profit statt nach den Bedürfnissen ihrer Bewohner*Innen gestaltet. Während Immobilienkonzerne Profite erwirtschaften, kämpfen viele Menschen mit steigenden Mieten, Unsicherheit und Verdrängung. Der Immobilienmarkt ist eine riesige Umverteilungsmaschine von unten nach oben. „Je höher die Rendite, desto mehr wird umverteilt. Obwohl selten im politischen Scheinwerferlicht, ist das gesamte Schweizer Immobilienkapital gigantisch: Rund 4 Billionen Franken. Das ist ungefähr das Dreifache des Wertes aller Unternehmensaktien, die an der Schweizer Börse kotiert sind. Der Immobilienmarkt ist das Herz des Kapitalismus“ https://www.woz.ch/2003/schweizer-immobiliengeschaeft/die-grosse-umverteilung.

Eine Kulturbesetzung, als autonome, selbstbestimmte Zone macht diesem Projekt einen Strich durch die Rechnung und steht für die Anliegen und Bedürfnisse zu einer Stadtentwicklung von unten! Jenseits von Logiken die sich Profit und Kapital unterordnen. Ein gerechtes Basel gehört den Menschen, die hier leben, nicht den Konzernen, die daran verdienen.

Mehr Infos zu dem Giga Projekt Klybeckplus hier: https://klybeckminus.noblogs.org/uebersetzungen/
oder hier: https://architekturbasel.ch/vision-klybeckplus-ein-wolf-im-schafspelz
Mehr Infos zu Swisslife hier: https://www.workzeitung.ch/2026/05/die-doppelmoral-des-rolf-doerig/

Posted in STIMMEN_AUS_DEM_ZACK

Communique zur polizeilichen Räumung des ZACK

Posted on Juli 4, 2026 - Juli 4, 2026 by zack57

Es ist der 1. Juli. Um 4 Uhr morgens umstellt ein interkantonales und absolut unverhältnismässiges Grossaufgebot der Staatsgewalt das neue Kulturzentrum ZACK. Da haben die Regierung und SwissLife wohl ordentlich Schiss gehabt, was da auf sie wartet. Gut so. Einsatzkräfte aus Bern, Zürich, Luzern, Aargau, Solothurn und Basel sind vor Ort. Diverse Barrikaden und zwei Besetzende, die sich auf dem Dach des vorderen Gebäudes befinden, machen es unmöglich, das Areal unbemerkt zu räumen und den Leerstand zu verriegeln. Zwar haben Versiegelungsarbeiten auf dem Gelände begonnen, um das Gelände gegen kreative Freiräume und Orte des Miteinanders zu sichern, aber die Solidarität mit dem ZACK überschattet diese Gewalt. Schon um 5 Uhr in der Früh versammeln sich die ersten Nachbar:innen und solidarisieren sich mit den Besetzer:innen des ZACK. Sie hissen Banner, singen Lieder und versuchen im Verlauf des ganzen nächsten Tages die beiden auf dem Dach mit Wasser und Lebensmittel zu versorgen. „Natürlich haben wir uns mit denen auf dem Dach solidarisiert. Schlussendlich hätte es jede:n von uns sein können. Wir alle sind die Besetzer:innen auf dem Dach, wir sind alle das ZACK.“

RECLAIM THE CITY: SACHBESCHÄDIGUNG GEGEN DIE STADT DER REICHEN

Nach 15 Stunden Räumung und Belagerung des ZACK versammelten sich rund tausend Menschen bei der Dreirosenmatte. Wir protestierten entschieden gegen eine Stadtpolitik der Reichen, gegen den Raub von unseren Freiräumen und gegen die voranschreitende Verdrängung aus unseren Quartieren. Die Demo spiegelt die Durchmischtheit der Menschen und die Gleichzeitigkeit an Widerstandsformen und Utopieleben, die die letzten Wochen im ZACK Raum gefunden haben. Laut, zackig und voller geteilter Erinnerungen an gemeinschaftliche Alternativen für die es sich zu kämpfen lohnt, wurde zunächst in Richtung ZACK gezogen um zu zeigen: Wir sind alle ZACK! Die Zwei auf dem Dach könnten wir alle sein!

Mit der Wut über den Verlust des neuen Kulturzentrums und selbstverwalteten Freiraums wurde die Stadt der Reichen gezielt angegriffen und dahin getragen, wo sie hingehört: Zur Regierung, die den Profitoasentraum machtgeiler Grosskonzernen ermöglicht, Strukturen der ungleichen Verteilung und Verdrängung festigt und die Träume sowie die materiellen Bedingungen der hier lebenden Bevölkerung verkümmern lässt. Die Regierung ermöglicht die ungleichen Eigentumsverhältnissen, spekuliert mit unserem Wohnraum und den wachsenden Mietzinsen durch ihre profitorientierte Politik. Während unsere Mietverträge gekündigt, unsere Häuser abgerissen und das Lädeli ums Eck nun einem Bürokomplex weichen muss, bauen sich Konzerne wie Schisslife ihre Profitoasen auf dem Scheiterhaufen unserer zerbrochenen Träume und zerstörten Quartieren.

Der gezielte Angriff auf Eigentumsverhältnisse ist Reaktion auf den geplanten Abriss und die Zerstörung des ZACK-Areals im Kontext einer politischen Stadtentwicklung, die verdrängt, ausschliesst und vereinzelt. Die Krawalle machen deutlich, dass wir keine Spielsteine sind, die sich in den Händen kapitalistischer Interessen umherschieben lassen. Wir sind nicht gezwungen, die Verhältnisse, so wie sie jetzt sind, einfach hinzunehmen. Die Entscheidung zu rebellieren eröffnet Handlungsspielräume, laufende Verdrängungsprojekte und kapitalistische Verwertungszonen wie Klybeck Plus zu sabotieren und auf gelebte Alternativen aufmerksam zu machen.

Während zersprungene Scheiben eines Luxusladens oder eine verschmierte milliardenschweren Bank einen medialen Aufschrei erzeugen, bleibt die Presse bei der gewaltvollen Praxis der Massenkündigungen, Abrisse und Zwangsräumungen still. Wir rebellieren gegen solche laufenden Verdrängungsprojekte wie das KlybeckPlus und zeigen gleichzeitig auf, das Alternativen wie das ZACK möglich und unverzichtbar sind.

Als wir versuchten, in unser geliebtes ZACK heimzukehren, griff uns die Polizei mit krebserregendem Tränengas und mit Reizmittel versetzten Wasserwerfern an. Sie versuchten uns zu vereinzeln, aber wir blieben die ganze Nacht vor Ort und demonstrierten.

Erst nach 29 Stunden erhielten die Besetzer:innen zwar dank massivem Druck vom Kantonsarzt 1L Wasser zum teilen. Jedoch wurde ihnen bis zu ihrem selbstbestimmten Abstieg jegliches Essen und Schlaf verwehrt. Nur durch unsere andauernden Versuche, den Widerstand zu stärken konnten wir sie nach 39 Stunden mit zwei Äpfeln und einem Mate versorgen. Auch dafür ernteten wir Repression, jedoch blieben wir standhaft, von den Strassen bis hoch aufs Dach. Denn wir alle sind das ZACK!

WIR SIND ALLE ZACK

Was diesen Monat im ZACK entstanden ist, bezeichnen die einen als historisch, die anderen sagen, wir hätten einen ZACKEN ab. Es stimmt wohl beides. Was diesen Monat im ZACK entstanden ist, geht tiefer als es sich irgendwer hätte vorstellen können. Dieser Ort hat Begegnungen ermöglicht, die sonst nie hätten entstehen können. Isoliert durch kapitalistische und neoliberale Strukturen, vereinzelt in den eigenen vier Wänden, der Lohnarbeit, vorgefertigten Konstrukten und Schubladen. Im ZACK ist Zusammenhalt entstanden, Kreativität, Eigeninitiative, Selbstbestimmung, Identifikation. Wir sagen: COMMUNITY OR DYSTOPIA. Und wir meinen’s ernst. In einer Welt der Individualisierung, Spaltung und Oberflächlichkeit haben wir diesen Monat etwas geschaffen, was uns für’s Leben bleibt.

Seit Beginn war und ist das ZACK ein Raum der kollektiven sowie auch kritischen Aushandlungen einer Vielfalt an Haltungen und Meinungen, Handlungsformen sowie politischer Ansprüche und Anliegen. Was das ZACK in seiner Kraft ausmacht, ist das gemeinsame Halten dieser teils widersprüchlichen Vielfalt innerhalb der Bewegung, innerhalb der verschiedenen Formen des Widerstands und innerhalb der Umsetzung von Kollektivität und Gemeinschaft. Teil dieser Stärke ist es auch, Differenzen zu benennen und einen kollektiven und konstruktiven Umgang damit zu finden. Was uns dabei verbindet ist die Ablehnung bestehender Machtverhältnisse und einer kommerzialisierten und verkapitalisierten Welt, in der unserem Streben nach einem guten Leben für Alle keinen Wert zugeschrieben wird.

DER KAMPF UM FREIRÄUME GEHT WEITER

Unsere Forderungen sind und bleiben die gleichen: Swisslife soll die Gebäude im nördlichen Teil des Areals langfristig und vertragslos abtreten, aus der restlichen Quartiersplaung von Klybeck Plus herauslösen und die Nutzung des Areals an die Selbstverwaltung von Unten übergeben.

Bis das Areal uns allen gehört geht auch der Angriff auf Eigentumsverhältnisse und die Stadt der Reichen weiter!

ZACK – vom Sand im Getriebe zur Insel der Utopie

Das war erst der Anfang
Wir sehen uns

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Drohbriefe von SwissLife: Davon lassen wir uns nicht einschüchtern

Posted on Juni 17, 2026 - Juni 17, 2026 by zack57

Nach über eineinhalb Wochen verlegenen Schweigens hat Schisslife den Mut gefasst, sich mit uns in Kontakt zu setzen. Am Mittwoch gegen 14.00 Uhr kommt der Versuch einer schriftlichen Einschüchterung per Fahrradkurier zum ZACK! SwissLife ordnet an, das Gelände zu räumen und droht mit überrissenen rechtlichen Konsequenzen, anstatt zu den Anliegen des Quartiers Stellung zu nehmen. Von einem gesichtslosen Riesenkonzern haben wir keine Angst. Die Menschen vor Ort sind wichtiger als euer Profit!

Wir sind noch immer hier! Jeden Tag vertiefen wir die Beziehungen untereinander, zum Ort, zur Umgebung! Wir lassen uns nicht einschüchtern von der Kriminalisierung der SwissLife! Eine gewaltvolle Räumung und den damit systematischen Schutz gegebener sozialer Macht- & Ungleichheitsstrukturen werden wir nicht stillschweigend hinnehmen. Unsere Träume lassen sich nicht räumen! Was uns das ZACK bisher gezeigt hat: Wenn wir uns zusammentun, können wir auch milliardenschweren Immobilienfirmen, die uns mit ihrem Geldwahn aus dem Klybeck vertreiben möchten, und der Regierung, die das möglich macht, richtig mies ans Bein pissen! So vielfältig wie die Leute das ZACK mitaufgebaut haben, werden auch die Taktiken des Widerstands gegen eine Räumung des Projekts sein! Die Stadt der Reichen ist angreifbar!

Die Stadt Basel steht gegenüber der Bevölkerung und ihren Anliegen in der Verantwortung und hat eine Räumung zu verhindern! SwissLife soll die Gebäude K102, K104 und K106 vertrags- und fristlos der Selbstverwaltung von Unten überlassen!

Hier passiert seit zwei Wochen Quartierentwicklung. Zugänge werden geöffnet, Räume erschlossen und Träume erhalten. Noch nie waren so viele Menschen auf dem Areal wie in den letzten Wochen. Das Bedürfnis nach einem selbstverwalteten Kulturzentrum in Basel ist riesig. Wie viele Menschen hier zusammengekommen sind mit Bedürfnissen, Wünschen, Projekten und Ideen ist immens. In zwei Wochen wurde im ZACK eine Gemeinschaftsküche, mehrere WCs, Abfalltrennungssysteme, eine Skateramp und eine Bühne gebaut. Ein Freeshop, ein Nähatelier, eine Werkstatt, eine Spielecke für Kinder, eine Miniversion vom Padel und ein Swimmingpool ist entstanden. Co-Working-Spaces, Sitzungszimmer und Veranstaltungsräume wurden eingerichtet, Kunstschaffende richten Ateliers ein, täglich wird gekocht und diskutiert. Weitere Ideen: Ballroom-Sessions, Bandräume, Senior_innengemeinschaft, Gemeinschaftsgarten, selbstverwalteter Quartiertreffpunkt, die Liste ist lang.

Wir haben zwar keine eigene Rechtsabteilung und keine Milliarden beiseite wie SwissLife. Doch wir haben unsere Vorstellungen davon, wie wir in unserem Quartier leben und wofür wir gemeinsam einstehen: Ein Klybeck für Alle, in dem selbstverwaltete, kulturelle Freiräume langfristig existieren können und keiner Profitlogik unterliegen. Ein Ort, der von den Menschen geprägt und gestaltet wird, die hier leben und ihren Alltag verbringen – wo Träume entstehen und Gemeinschaft gelebt wird!

Die Stadt Basel gibt sich gerne als offene Kulturstadt und gerade in der kommenden Woche rühmt sie sich mit der Art Basel. Doch für Kultur von und für die Menschen von hier gibt es keinen Platz. Sollte die Kantonspolizei Basel-Stadt sich auf die Seite von SwissLife schlagen und das ZACK gewaltsam räumen, sehen wir uns wohl oder übel dazu gezwungen, unsere kulturellen Tätigkeiten in den nächsten Wochen an andere Orte auszulagern. Die spiessige Cüpli-Gemeinschaft der Kunstwelt wird sich sicher über ein paar vogelfreie Wilde freuen!

Unsere Wut aufs System und unser Tatendrang nach Alternativen ist grösser als eure blinkenden Geldzeichen in den Augen!

Das ZACK! hat sich eingebrannt in unseren Herzen und ist

Posted in COMMUNIQUÉS

ZACK! Zone-Autonome-Culturelle-Klybeck

Posted on Mai 30, 2026 - Juni 8, 2026 by zack57

Basel, Klybeck Quartier: 30. Mai 2026

Der selbstverwalteten (Kultur-)Szene den Stecker gezogen..? ..ZACK – läuft wieder!

Heute, in der Nacht vom 30. Mai 2026 wurden die leerstehenden Gebäude K106, K104 und K102 im nördlichen Teil des Klybeck-Areals besetzt.

Mit der Besetzung des Areals haben Menschen der Stadt Basel einen dringend benötigten selbstorganisierten (Kultur-)raum zurückgeholt!

Das Ende der professionell abgewickelten Zwischennutzung auf dem Areal ist kein Grund die Gebäude dem Jahrelangen Leerstand und den Profitinteressen zu überlassen. Um stattdessen einen Ort des Miteinanders zu schaffen, rufen wir alle Menschen des Quartiers, der Stadt Basel und darüber hinaus dazu auf, vorbeizukommen und sich einzubringen.

Wir fordern die Stadt Basel, Swisslife und Rhystadt AG dazu auf, die heute besetzten Gebäude im nördlichen Teil des Areals langfristig und vertragslos abzutreten, aus der restlichen Quartiersplaung von Klybeck Plus herauszulösen und die Nutzung des Areals an die Selbstverwaltung von Unten zu übergeben.

WER WIR SIND

Wir sind die Bewohnenden eines Quartiers und einer Stadt, die sich selbst schon längst verkauft hat. Wir sind die Übriggebliebenen einer jahrelangen Aufrechterhaltung von nicht-kapitalisierten und kollektiven Räumen; die Vertriebenen aus unseren Häusern, Besetzungen, Werkstätten, Veranstaltungsräumen, Ateliers und Proberäumen.

Wir kommen aus gemeinschaftsorientierten, kollektiverwalteten und jahrelang gepflegten sozialen Zusammenhängen und reihen uns ein in die gelebte Geschichte einer autonomen Bewegung sowie Kulturszene in Basel und ihren Kampf für Nischen, Freiräume, DIY und Tamtam. Wir sind miteinander verbunden durch unsere politische Überzeugung, der Ablehnung der kapitalisierten Kulturlandschaft, und der Erinnerung an Zeiten, in denen Orte noch ohne finanzielle Fördermittel und unnötige bürokratische Anstrengungen auskamen.

Nun sind wir zusammengekommen, weil wir alle an einem Punkt angelangt sind, an dem es uns unmöglich erscheint, unsere unentgeltlichen Vorhaben, Veranstaltungen, Experimente, sozialen Zusammenkünfte und lebendige Begegnungsorte weiterzuführen. Wir mussten viele unserer Räume über die Jahre verlassen, der Ball wurde lange genug flach gehalten. Doch wir lassen uns nicht weiter vertreiben, der Kampf um eine Stadt von Unten geht weiter und wir mischen ab jetzt wieder mit!

WAS BISHER GESCHAH

Die historisch und architektonisch einzigartigen Gebäude im nördlichen Teil des ehemaligen Areals der Chemiefirma BASF sind Teil der Industriegeschichte von Basel und glücklicherweise verschont von schädlichen Giftstoffen im Boden. 2019 wurde das gesamte Werkareal – rund 300’000 m2 – für 1.2 Milliarden Franken an die zwei Immobilieninvestoren Swisslife und Rhystadt AG verkauft, die in Kooperation mit der Stadt Basel ihr Renditeprojekt „KlybeckPlus“ in Form eines Stadtquartiers vorantreiben.

Mit der professionellen Zwischennutzungsvermittlung «Unterdessen», die zwischen 2019 und 2026 diverse Zwischennutzungsverhältnisse auf dem Areal abwickelte, konnte der Leerstand mittelfristig kaschiert werden, ohne strukturelle Probleme zu lösen. Im Gegenteil: Statt einer dauerhaften öffentlichen Nutzung werden von der Eigentümerschaft Zwischennutzungen strategisch Gebrauch gemacht, um anhand kultureller und künstlerischer Projekte die Wertsteigerung voranzutreiben, ohne eine langfristige Verpflichtung einzugehen. Trotz dem Ausbleiben von Bebauungsplänen wurde den letzten Parteien auf dem Areal fristlos auf Ende April 2026 gekündigt. Das gesamte Areal steht nun leer.

FREIRÄUME IN BASEL

Es fehlen Räume, in denen wir spontan zusammenkommen, in die wir einladen, in denen kollektive Ideen entstehen und lebendig gehalten werden, in denen wilde Experimente und lustige Fehler möglich sind und ungeplante soziale Interaktionen stattfinden.

Das NT-Areal wurde schon vor Jahren, im Einklang mit den Interessen der Investor_innen zu einem professionell und hierarchisch verwalteten hübschen Wohnquartier, das Lysbüchel wird im Herbst darauf folgen. Rheinhattan konnte 2013 mit einer grossen Kampagne vorläufig versenket werden. Nun wüten bis zur baldigen Wiederaufnahme des Bauvorhabens an der Uferstrasse verschiedenen Zwischennutzungen, die sich einen alternativen Anstrich aneignen und daraus Profit schlagen. Jeder noch so kleinen Lücke der Stadt wird eine effiziente Nutzung auferlegt und gefüllt mit projektorientierten, temporären und profitablen Fördervereinen und Playern der Gentrifizierung. Räume für Undefiniertes, für noch Unklares, fürs Ausprobieren im Dazwischen passen längst nicht mehr ins Stadtbild.

Im Grunde genommen sind es noch immer die gleichen Forderungen, die schon ein bis zwei Generationen vor uns, in den 80ern gestellt wurden und die gerade Heute wichtiger sind denn je!

GEGEN DIE STADT DER REICHEN

Während sich die Stadt mit ihrer punktuellen Kulturförderung zu rühmen versucht, verkauft sie ganze Quartiere an millionenschwere Privatkonzerne der ekligsten Art. Diese wiederum setzen ihren Profitoasentraum ohne Rücksicht auf Verluste in die Tat um und verschleiern ihr Geldanlageprojekt ganz nach neoliberaler Manier als partizipative Stadtentwicklung.

Doch statt einer ehrlichen und bedürfnisorientierten Einbindung des gesamten Quartiers gibt es Infoanlässe, denen weder Mitsprache noch Entscheidungsmacht zukommt. Eine strategische Instrumentalisierung partizipativer Konzepte, deren wissenschaftlich fundierte Endform die Selbstverwaltung ist.

Hierfür ist die Regierung verantwortlich. Wir brauchen keine neuen 4-Zi-Wohnungen für 3000 CHF aufwärts. Wir brauchen keine Hightech-Hobbyräume, keine modularen Cafés und auch keine mobilen Grünanlagen. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen und undefinierte Freiräume, die wir selbstverwaltet und unkommerziell organisieren!

(JUGEND)KULTUR IST KEIN GESCHÄFT – (JUGEND)KULTUR IST DIY

Im Anschluss an die Schliessung des Sommercasinos äusserte sich der Regierungsrat Conradin Cramer auf eine Interpellation (Nr 62., eingereicht vor der Grossratssitzung vom 15. Mai 2024) betreffend Zukunft und Förderung von Jugendkultur in Basel wie folgt:

„Ob ein «Jugendkulturhaus» (…) weiterhin den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen entspricht, ist zu prüfen. Der Input dazu muss von Akteuren der Jugendkultur kommen.“

Wir nehmen dich beim Wort Conradin und sehen unsere proaktive Aneignung des öffentlichen Raums auch als notwendigen und längst überfälligen Input im Rahmen einer selbstbestimmten und eigendynamischen Jugendkultur. Übrigens ganz im Sinne eurer Definition einer „Jugendkultur als aktive und selbstinitiierte kulturelle Tätigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt (…), da die Projekte der aktiven Jugendkultur meist von den Jugendlichen selbst initiiert und von ihren Interessen geprägt sind“

Die Jugend braucht keine projektorientierte, individualisierte und neoliberale Kulturförderung. Die Jugend braucht – wie alle anderen – Raum!

Wir sind viele! Wir sind DIY! Wir sind autonom, unkommerziell und selbstverwaltet! Wir sind Stadtentwicklung von Unten! Wir scheissen auf eure Stadt der Reichen! Wir wissen was hinter den Zäunen auf uns wartet und wir holen es uns! WIR SIND AUF ZACK!

Hast du Ideen / Feedback: zack@immerda.ch

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