#stimmen_aus_dem_zack
Hintergründe zur Firma Swisslife und deren Vorhaben im Klybeckquartier
Die Firma Swiss Life mit Sitz in Zürich, „Eigentümerin des ZACK-Areals“, ist Versicherung, Pensionskasse, Stiftung und Immobilienfonds in einem und verwaltet Vermögen in Milliardenhöhe. Sie besitzt zahlreiche Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Schweiz und Europa (Fast 40’000 Wohnungen allein in der Schweiz). Damit gehört sie zu den grössten Immobilienbesitzerinnen der Schweiz: Sie liegt direkt hinter der UBS auf Platz zwei. Mit der Spekulation und Verwaltung von Boden und Wohnraum erzielt der Konzern hohe Gewinne, alles auf Kosten der Mieter:innen und Versicherten. „Nicht nur die Immobilienrenditen sprudeln, über 260’000 Versicherte aus 34’000 Betrieben mit 30 Milliarden Franken Alterskapital sind Swisslife angeschlossen. Dank dem Rentenklau mit tief verzinsten Altersguthaben und dem Lebensversicherungsgeschäft lag der Reingewinn von Swiss Life für 2025 erneut bei über einer Milliarde Franken“ (https://www.workzeitung.ch/2026/05/die-doppelmoral-des-rolf-doerig/).
Währenddessen mischt dieser Big Player im Klybeckquartier mit: Dieses ist das ärmste Quartier der Stadt Basel. In den nächsten Jahren soll sich hier sehr vieles sehr grundlegend verändern: Das Projekt Klybeck Plus sieht den Bau eines neuen Stadtquartiers mit tausenden Wohnungen und Arbeitsplätzen vor und wird von Swiss Life, gemeinsam mit Rhystadt AG und der Stadt Basel als Planungspartner entwickelt. Dass Investor:innen mit Profitinteressen die Entwicklung eines gesamten Quartiers mit Einfluss auf die ganze Stadt planen ist per se absurd. Dass ein Investor die Zukunft von unserem Quartier dann von Zürich aus plant ist zusätzlich absurd!
Diese Entwicklungen bedeuten Abriss und Neubau und somit: Baustellen an jeder Strassenecke nachdem bisherige Mieter:innen vom einen auf den anderen Schlag aus ihrer vertrauten Umgebung verdrängt werden. Ältere und arme Menschen sind am meisten von der Verdrängung betroffen.
Schon seit Jahren sind die Mietpreise im Klybeck immer mehr angestiegen. Menschen müssen wegziehen und reichere Menschen ziehen her. Das wird sich alles rasant zuspitzen. All die Luxussanierungen wird sich niemand mehr leisten können. Die Gentrifizierung ist in vollem Gange. Die von Konzernen mitverschuldete Wohnkrise ist für die Mieter:innen direkt spürbar, wie man das am Beispiel Zürich sieht
Wenn Konzerne wie Swisslife immer mehr Häuser, Land und Vermögen besitzen, bedeutet das mehr Macht für einige Reiche und weniger Selbstbestimmung für viele andere. Wohnen wird zur Ware, Städte wie Basel werden nach kapitalistischem Profit statt nach den Bedürfnissen ihrer Bewohner*Innen gestaltet. Während Immobilienkonzerne Profite erwirtschaften, kämpfen viele Menschen mit steigenden Mieten, Unsicherheit und Verdrängung. Der Immobilienmarkt ist eine riesige Umverteilungsmaschine von unten nach oben. „Je höher die Rendite, desto mehr wird umverteilt. Obwohl selten im politischen Scheinwerferlicht, ist das gesamte Schweizer Immobilienkapital gigantisch: Rund 4 Billionen Franken. Das ist ungefähr das Dreifache des Wertes aller Unternehmensaktien, die an der Schweizer Börse kotiert sind. Der Immobilienmarkt ist das Herz des Kapitalismus“ https://www.woz.ch/2003/schweizer-immobiliengeschaeft/die-grosse-umverteilung.
Eine Kulturbesetzung, als autonome, selbstbestimmte Zone macht diesem Projekt einen Strich durch die Rechnung und steht für die Anliegen und Bedürfnisse zu einer Stadtentwicklung von unten! Jenseits von Logiken die sich Profit und Kapital unterordnen. Ein gerechtes Basel gehört den Menschen, die hier leben, nicht den Konzernen, die daran verdienen.
Mehr Infos zu dem Giga Projekt Klybeckplus hier: https://klybeckminus.noblogs.org/uebersetzungen/
oder hier: https://architekturbasel.ch/vision-klybeckplus-ein-wolf-im-schafspelz
Mehr Infos zu Swisslife hier: https://www.workzeitung.ch/2026/05/die-doppelmoral-des-rolf-doerig/