Basel, Klybeck Quartier: 30. Mai 2026
Der selbstverwalteten (Kultur-)Szene den Stecker gezogen..? ..ZACK – läuft wieder!
Heute, in der Nacht vom 30. Mai 2026 wurden die leerstehenden Gebäude K106, K104 und K102 im nördlichen Teil des Klybeck-Areals besetzt.
Mit der Besetzung des Areals haben Menschen der Stadt Basel einen dringend benötigten selbstorganisierten (Kultur-)raum zurückgeholt!
Das Ende der professionell abgewickelten Zwischennutzung auf dem Areal ist kein Grund die Gebäude dem Jahrelangen Leerstand und den Profitinteressen zu überlassen. Um stattdessen einen Ort des Miteinanders zu schaffen, rufen wir alle Menschen des Quartiers, der Stadt Basel und darüber hinaus dazu auf, vorbeizukommen und sich einzubringen.
Wir fordern die Stadt Basel, Swisslife und Rhystadt AG dazu auf, die heute besetzten Gebäude im nördlichen Teil des Areals langfristig und vertragslos abzutreten, aus der restlichen Quartiersplaung von Klybeck Plus herauszulösen und die Nutzung des Areals an die Selbstverwaltung von Unten zu übergeben.
WER WIR SIND
Wir sind die Bewohnenden eines Quartiers und einer Stadt, die sich selbst schon längst verkauft hat. Wir sind die Übriggebliebenen einer jahrelangen Aufrechterhaltung von nicht-kapitalisierten und kollektiven Räumen; die Vertriebenen aus unseren Häusern, Besetzungen, Werkstätten, Veranstaltungsräumen, Ateliers und Proberäumen.
Wir kommen aus gemeinschaftsorientierten, kollektiverwalteten und jahrelang gepflegten sozialen Zusammenhängen und reihen uns ein in die gelebte Geschichte einer autonomen Bewegung sowie Kulturszene in Basel und ihren Kampf für Nischen, Freiräume, DIY und Tamtam. Wir sind miteinander verbunden durch unsere politische Überzeugung, der Ablehnung der kapitalisierten Kulturlandschaft, und der Erinnerung an Zeiten, in denen Orte noch ohne finanzielle Fördermittel und unnötige bürokratische Anstrengungen auskamen.
Nun sind wir zusammengekommen, weil wir alle an einem Punkt angelangt sind, an dem es uns unmöglich erscheint, unsere unentgeltlichen Vorhaben, Veranstaltungen, Experimente, sozialen Zusammenkünfte und lebendige Begegnungsorte weiterzuführen. Wir mussten viele unserer Räume über die Jahre verlassen, der Ball wurde lange genug flach gehalten. Doch wir lassen uns nicht weiter vertreiben, der Kampf um eine Stadt von Unten geht weiter und wir mischen ab jetzt wieder mit!
WAS BISHER GESCHAH
Die historisch und architektonisch einzigartigen Gebäude im nördlichen Teil des ehemaligen Areals der Chemiefirma BASF sind Teil der Industriegeschichte von Basel und glücklicherweise verschont von schädlichen Giftstoffen im Boden. 2019 wurde das gesamte Werkareal – rund 300’000 m2 – für 1.2 Milliarden Franken an die zwei Immobilieninvestoren Swisslife und Rhystadt AG verkauft, die in Kooperation mit der Stadt Basel ihr Renditeprojekt „KlybeckPlus“ in Form eines Stadtquartiers vorantreiben.
Mit der professionellen Zwischennutzungsvermittlung «Unterdessen», die zwischen 2019 und 2026 diverse Zwischennutzungsverhältnisse auf dem Areal abwickelte, konnte der Leerstand mittelfristig kaschiert werden, ohne strukturelle Probleme zu lösen. Im Gegenteil: Statt einer dauerhaften öffentlichen Nutzung werden von der Eigentümerschaft Zwischennutzungen strategisch Gebrauch gemacht, um anhand kultureller und künstlerischer Projekte die Wertsteigerung voranzutreiben, ohne eine langfristige Verpflichtung einzugehen. Trotz dem Ausbleiben von Bebauungsplänen wurde den letzten Parteien auf dem Areal fristlos auf Ende April 2026 gekündigt. Das gesamte Areal steht nun leer.
FREIRÄUME IN BASEL
Es fehlen Räume, in denen wir spontan zusammenkommen, in die wir einladen, in denen kollektive Ideen entstehen und lebendig gehalten werden, in denen wilde Experimente und lustige Fehler möglich sind und ungeplante soziale Interaktionen stattfinden.
Das NT-Areal wurde schon vor Jahren, im Einklang mit den Interessen der Investor_innen zu einem professionell und hierarchisch verwalteten hübschen Wohnquartier, das Lysbüchel wird im Herbst darauf folgen. Rheinhattan konnte 2013 mit einer grossen Kampagne vorläufig versenket werden. Nun wüten bis zur baldigen Wiederaufnahme des Bauvorhabens an der Uferstrasse verschiedenen Zwischennutzungen, die sich einen alternativen Anstrich aneignen und daraus Profit schlagen. Jeder noch so kleinen Lücke der Stadt wird eine effiziente Nutzung auferlegt und gefüllt mit projektorientierten, temporären und profitablen Fördervereinen und Playern der Gentrifizierung. Räume für Undefiniertes, für noch Unklares, fürs Ausprobieren im Dazwischen passen längst nicht mehr ins Stadtbild.
Im Grunde genommen sind es noch immer die gleichen Forderungen, die schon ein bis zwei Generationen vor uns, in den 80ern gestellt wurden und die gerade Heute wichtiger sind denn je!
GEGEN DIE STADT DER REICHEN
Während sich die Stadt mit ihrer punktuellen Kulturförderung zu rühmen versucht, verkauft sie ganze Quartiere an millionenschwere Privatkonzerne der ekligsten Art. Diese wiederum setzen ihren Profitoasentraum ohne Rücksicht auf Verluste in die Tat um und verschleiern ihr Geldanlageprojekt ganz nach neoliberaler Manier als partizipative Stadtentwicklung.
Doch statt einer ehrlichen und bedürfnisorientierten Einbindung des gesamten Quartiers gibt es Infoanlässe, denen weder Mitsprache noch Entscheidungsmacht zukommt. Eine strategische Instrumentalisierung partizipativer Konzepte, deren wissenschaftlich fundierte Endform die Selbstverwaltung ist.
Hierfür ist die Regierung verantwortlich. Wir brauchen keine neuen 4-Zi-Wohnungen für 3000 CHF aufwärts. Wir brauchen keine Hightech-Hobbyräume, keine modularen Cafés und auch keine mobilen Grünanlagen. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen und undefinierte Freiräume, die wir selbstverwaltet und unkommerziell organisieren!
(JUGEND)KULTUR IST KEIN GESCHÄFT – (JUGEND)KULTUR IST DIY
Im Anschluss an die Schliessung des Sommercasinos äusserte sich der Regierungsrat Conradin Cramer auf eine Interpellation (Nr 62., eingereicht vor der Grossratssitzung vom 15. Mai 2024) betreffend Zukunft und Förderung von Jugendkultur in Basel wie folgt:
„Ob ein «Jugendkulturhaus» (…) weiterhin den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen entspricht, ist zu prüfen. Der Input dazu muss von Akteuren der Jugendkultur kommen.“
Wir nehmen dich beim Wort Conradin und sehen unsere proaktive Aneignung des öffentlichen Raums auch als notwendigen und längst überfälligen Input im Rahmen einer selbstbestimmten und eigendynamischen Jugendkultur. Übrigens ganz im Sinne eurer Definition einer „Jugendkultur als aktive und selbstinitiierte kulturelle Tätigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt (…), da die Projekte der aktiven Jugendkultur meist von den Jugendlichen selbst initiiert und von ihren Interessen geprägt sind“
Die Jugend braucht keine projektorientierte, individualisierte und neoliberale Kulturförderung. Die Jugend braucht – wie alle anderen – Raum!
Wir sind viele! Wir sind DIY! Wir sind autonom, unkommerziell und selbstverwaltet! Wir sind Stadtentwicklung von Unten! Wir scheissen auf eure Stadt der Reichen! Wir wissen was hinter den Zäunen auf uns wartet und wir holen es uns! WIR SIND AUF ZACK!
PROGRAMM
Sonntag 31.05
Ab 10 Uhr laden wir ein zum grossen Brunch! Um 12 Uhr machen wir unsere erste offene Versammlung, alle sind hPROGRAMMerzlich willkommen ein Teil des neuen Kulturzentrums zu werden! Ob Swimmingpool, gemeinschaftliche Küchen-Infrastruktur, Skate-Rampe, Konzertbühne oder sonstiger Spass – wir bauen und werken den ganzen Tag. Komm vorbei!
15:00 Uhr Sound & Zauber mit DJ LaPutz 16:00 Uhr Barbetrieb 17:00 Grosse, offene Vollversammlung 19:00 Gemeinsames Abendessen 20:00 Konzert: Homemade Iscream (BS/BE)
DIY Pop, Dance Punk: Offenherzig besingt HOMEMADE ISCREAM Alltagsprobleme in knackigen, sozialkritischen Songs. Mit Händen und Füssen spielen sie auf selbstgebautem Schlagzeug, Space Hazet, Gitarre und analogen Synthesizers; die ganze Band zu zweit. Dieses DIY-Theater rumpelt, stolpert und wummst das es eine helle Freude ist, ein Spektakel nicht nur fürs Ohr, sondern auch zum zuschauen, mitfühlen und mittanzen.
Montag 01.06
12:30 Mittagstisch 18:00 Offene Vollversammlung 19:00 Gemeinschaftliches Abendessen 20:30 Open-Air-Filmabend „Im Schatten des Riesen“
Ein Dokumentarfilm von Sibylle Ott und Klaus Affolter: Mietkasernen am Rande der Industriestadt Basel, abgetrennt vom Rest der Welt durch die Hochkamine, Labors und Produktionshallen des Chemiekonzerns Ciba, beherbergten einst die Arbeiter der expandierenden Industrie. Nachgerückt sind Menschen mit kleinem oder keinem Einkommen – AusländerInnen, Freaks, RentnerInnen; geblieben sind die billigen Wohnungen, der Lärm, die Gerüche und die alltägliche, dumpfe Ahnung von einem Zwischenfall in der „Chemischen“.
Dienstag 02.06
12:30 Mittagstisch 18:00 Offene Vollversammlung 19:00 Frische Pizza aus dem DIY-Steinofen.
Mittwoch 03.06
12:30 Mittagstisch 18:00 Offene Vollversammlung 19:00 Gemeinsames Abendessen 20:30 Infoveranstaltung:
Im Zusammenhang mit der Militärübung Conex 2026 in der Region Basel: Aktuelle Aufrüstungspläne des Schweizer Militärs, ihre Funktion zur Aufstandsbekämpfung heute wie damals und die Militarisierung des Alltags.
Weitere Updates zum täglichen Programm hier oder vor Ort.
Hast du Ideen / Feedback: zack@immerda.ch
Sonntag 31.05
Ab 10 Uhr laden wir ein zum grossen Brunch! Um 12 Uhr machen wir unsere erste offene Versammlung, alle sind herzlich willkommen ein Teil des neuen Kulturzentrums zu werden! Ob Swimmingpool, gemeinschaftliche Küchen-Infrastruktur, Skate-Rampe, Konzertbühne oder sonstiger Spass – wir bauen und werken den ganzen Tag. Komm vorbei!
15:00 Uhr Sound & Zauber mit DJ LaPutz 16:00 Uhr Barbetrieb 17:00 Grosse, offene Vollversammlung 19:00 Gemeinsames Abendessen 20:00 Konzert: Homemade Iscream (BS/BE)
DIY Pop, Dance Punk: Offenherzig besingt HOMEMADE ISCREAM Alltagsprobleme in knackigen, sozialkritischen Songs. Mit Händen und Füssen spielen sie auf selbstgebautem Schlagzeug, Space Hazet, Gitarre und analogen Synthesizers; die ganze Band zu zweit. Dieses DIY-Theater rumpelt, stolpert und wummst das es eine helle Freude ist, ein Spektakel nicht nur fürs Ohr, sondern auch zum zuschauen, mitfühlen und mittanzen.
Montag 01.06
12:30 Mittagstisch 18:00 Offene Vollversammlung 19:00 Gemeinschaftliches Abendessen 20:30 Open-Air-Filmabend „Im Schatten des Riesen“
Ein Dokumentarfilm von Sibylle Ott und Klaus Affolter: Mietkasernen am Rande der Industriestadt Basel, abgetrennt vom Rest der Welt durch die Hochkamine, Labors und Produktionshallen des Chemiekonzerns Ciba, beherbergten einst die Arbeiter der expandierenden Industrie. Nachgerückt sind Menschen mit kleinem oder keinem Einkommen – AusländerInnen, Freaks, RentnerInnen; geblieben sind die billigen Wohnungen, der Lärm, die Gerüche und die alltägliche, dumpfe Ahnung von einem Zwischenfall in der „Chemischen“.
Dienstag 02.06
12:30 Mittagstisch 18:00 Offene Vollversammlung 19:00 Frische Pizza aus dem DIY-Steinofen.
Mittwoch 03.06
12:30 Mittagstisch 18:00 Offene Vollversammlung 19:00 Gemeinsames Abendessen 20:30 Infoveranstaltung:
Im Zusammenhang mit der Militärübung Conex 2026 in der Region Basel: Aktuelle Aufrüstungspläne des Schweizer Militärs, ihre Funktion zur Aufstandsbekämpfung heute wie damals und die Militarisierung des Alltags.
Weitere Updates zum täglichen Programm hier oder vor Ort.
Hast du Ideen / Feedback: zack@immerda.ch