{"id":176,"date":"2026-07-16T19:38:00","date_gmt":"2026-07-16T19:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/zack.noblogs.org\/?p=176"},"modified":"2026-07-16T19:58:54","modified_gmt":"2026-07-16T19:58:54","slug":"nur-zusammen-gehts-gegen-verdraengung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zack.noblogs.org\/?p=176","title":{"rendered":"NUR ZUSAMMEN GEHTS GEGEN VERDR\u00c4NGUNG"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>#stimmen_aus_dem_zack<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026Was das Zack diesen Monat bewirkte und noch weiterhin zu bewirken versucht = warum&#8217;s so wichtig ist, diesen Kampf weiterzuf\u00fchren\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gentrifizierung im Klybeck ist in vollem Gange &#8211; und das Tempo wird noch massiv anziehen. Was heisst das alles genau und was bringen Besetzungen wie das ZACK dabei?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut Duden bedeutet Gentrifzierung: &#8222;Aufwertung eines Stadtteils durch dessen Sanierung oder Umbau mit der Folge, dass die dort ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung durch wohlhabendere Menschen verdr\u00e4ngt wird&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vom einen auf den anderen Moment werden also die H\u00e4user\/Strassen\/Ecken\/L\u00e4den mit denen wir aufgewachsen sind, die uns Halt geben, am Herzen liegen oder wir mitgepr\u00e4gt haben ersetzt mit aus dem Boden gestampften grauen, kalkulierbaren, anonymen, seelenlosen, \u00fcberteuerten Bauten. Diese Aufwertungsprozesse werden nicht nur das Klybeck massiv pr\u00e4gen &#8211; auch die umliegenden Stadtteile werden von erh\u00f6hten Mieten und Verdr\u00e4ngung betroffen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verantwortlich daf\u00fcr sind Immobilienhaie und Investor:innen, die auf Kosten von Menschen ihre eigenen Geldtaschen f\u00fcllen (wollen); ohne R\u00fccksicht auf die ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Da es sich bei \u201eklybeck plus\u201c um ein Investitionsprojekt handelt, werden die Investoren versuchen, damit m\u00f6glichst viel Geld zu verdienen. Dies soll durch Mieten und k\u00fcnftig steigende Grundst\u00fcckspreise geschehen. Das bedeutet, dass die Mieten in diesem neuen Stadtviertel kaum g\u00fcnstig ausfallen k\u00f6nnen \u2013 auch wenn die Stadt dies verspricht. Zudem wirken sich hohe Mieten und Grundst\u00fcckspreise in einem Stadtteil stets auf die Umgebung aus; fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden also auch in den bereits bestehenden Wohnvierteln die Mieten steigen. Das ist nicht bloss eine Bef\u00fcrchtung, sondern die Logik des Marktes&#8220; (https:\/\/klybeckminus.noblogs.org\/wasistklybeckplus\/#De).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass das \u00e4rmste Quartier der Stadt nun auch noch zum reichsten quartier der Stadt gemacht wird ist ad absurdum. Wo sollen denn all die Menschen hin? Wer soll denn diese Stadt zuk\u00fcnftig bewohnen? F\u00fcr wen ist diese Stadt \u00fcberhaupt (noch)?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Damit reiht sich das Klybeckplus in eine globale Entwicklung ein, die Menschen ihrer zuhause beraubt, in die Agglomeration dr\u00e4ngt, sie pr\u00e4karisiert und entm\u00fcndigt&#8220; (Stimmen aus dem Klybeck \u2013 Einmalige Quartierzeitung mit Interviews und Informationen zum Stand von Klybeck Plus 2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gentrifizierung f\u00fchrt also unweigerlich dazu, dass es erschwert wird, dass sich eine Gemeinschaft bilden kann: Die bisherige Nachbar:innenschaft wird ersetzt durch wohlverdienende Neuzugezogene, niemand kennt sich mehr. Dadurch wird verunm\u00f6glicht, dass konstante Beziehungen gepflegt werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich identifizieren sich bisherige Bewohnende nicht mehr mit der sich ver\u00e4ndernden Umgebung: Das altbekannte L\u00e4deli muss einem hippen Kaffee weichen, die langj\u00e4hrige Beiz wird durch eine schicke junge urbane Pizzeria ersetzt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entwicklungen, weil sie kapitalistisch und systematisch verankert sind, und Riesenkonzerne und lange b\u00fcrokratische sytemische Prozesse diese st\u00fctzen, k\u00f6nnen den Anschein erwecken, dass wir als Bewohnende dieser Stadt keinen Einfluss darauf haben k\u00f6nnen, dass wir diesen Ver\u00e4nderungen schlichtweg ausgeliefert sind und sie Sache der Natur sind (Soll ja auch viele neue B\u00e4ume geben im neuen Stadtteil; damit&#8217;s auch ganz sch\u00f6n nat\u00fcrlich wirkt, das Ganze!).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was eine Besetzung wie das ZACK gezeigt hat, aber auch andere Wohnbesetzungen und basisdemokratische Projekte, die Menschen zusammenbringen, haben eine enorme und nicht zu untersch\u00e4tzende Kraft, um sich gegen Monsterkonzerne und deren zerst\u00f6rerischen Interessen zusammen zu tun. Gemeinschaftsbildung ist unsere St\u00e4rke um individuellen, neoliberalen Tendendenzen des einfach Akzeptierens von Ver\u00e4nderungen entgegenzuwirken:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ganze Stadtteile teurer werden und sich Menschen somit die Mieten nicht mehr leisten k\u00f6nnen, dann brauchen wir einander, um uns auszutauschen \u00fcber unsere \u00c4ngste, \u00fcber Handlungsoptionen und um der Ohnmacht gemeinsam zu entfliehen. Dadurch, dass wir uns zusammentun, erfahren wir von unseren \u00c4ngsten und sp\u00fcren, dass wir damit nicht alleine sind, weil diese Sorgen viele Leute mit sich tragen. So wird die politische Dimension erkennbar, was ein Gef\u00fchl der Handlungsf\u00e4higkeit zur\u00fcckgibt. Dadurch, dass sich gemeinsam ausgetauscht und organisiert wird, kann Gentrifizierung als systematisches Problem erfasst werden: Die Wahrnehmung und das Verst\u00e4ndnis von einzelnen Schicksalen, die betroffen sind von den Ver\u00e4nderungen, verschiebt sich auf eine Systempolitische Kritik. So wird Gentrifizierung emotionalisiert, eine ablehnende Haltung entwickelt und schliesslich kollektiv neue Handlungsfelder gesucht und erschaffen. Dieses Potential entsteht durch Gemeinschaft! Es entstehen protestierende Akteur:innen, die gesehen und geh\u00f6rt werden. Denn von diesen Stadtentwicklungen sind wir alle betroffen, obwohl es sich sehr individuell anf\u00fchlt! Auf sich alleine gestellt ist es schlicht nicht m\u00f6glich, mit den (schnellen) Ver\u00e4nderungen der Welt klarzukommen und diese zu konfrontieren. Wir kreieren kollektive Identit\u00e4ten, wodurch politische Organisierung \u00fcberhaupt erst entstehen kann. So kann Widerstand von unten gegen eine komplette Ver\u00e4nderung ganzer Stadtteile aufgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die kleinste Ebene von Widerstand gegen Gentrifizierung ergibt sich somit aus Beziehungen und zwischenmenschlichen Begegnungen. Sie sind Voraussetzung f\u00fcr die Erschaffung eines handlungsbef\u00e4higten Akteurs, der wohnpolitischen Wandel ausl\u00f6sen kann&#8220; (Merz Enr\u00edquez 2026, Alles wird gut besetzt: Wie Z\u00fcrichs Hausbesetzer*innen nachbarschaftliche Gemeinschaftsbildung im Widerstand gegen Gentrifizierung einsetzen. Bachelorarbeit Sozialanthropologie, Universit\u00e4t Z\u00fcrich). Dadurch wird die Logik von Gentrifizierung unterwandert und eine Gegenbewegung geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzungen k\u00f6nnen somit eine wichtige Grundlage sein um sich \u00fcberhaupt erst zu vernetzen in einer \u00fcberindividualisierten Welt. Zum einen als druckfreie Begegnungsfl\u00e4chen aber genauso um selbstorganisiert die Freir\u00e4ume sich so einzurichten wie die Menschen in dieser Stadt dies brauchen. Wenn sich niemand mehr Eintritte in Clubs und Bars mehr leisten kann, m\u00fcssen wir Orte schaffen, an denen (gratis) und selbstbestimmt Kultur angeboten und konsumiert werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir brauchen einander! Wenn wir in diesem Quartier und in dieser Stadt weiterhin wohnen wollen anstatt an den Stadtrat gedr\u00e4ngt zu werden oder mit anzuschauen wie dies unseren Nachbar:innen passiert, m\u00fcssen wir uns wehren und zusammenstehen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberlassen wir unsere geliebten Strassenecken, unsere geliebten H\u00e4user und L\u00e4delis des Vertrauens nicht dem Wahn der Geldmaschinerie! Sonst ist bald alles grau, anonym und kalt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberlassen wir die Stadtentwicklung nicht denen Oben, bilden wir Gemeinschaft von Unten und werden kreativ, wie unser Protest aussieht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Uns wurde zwar der Ort genommen, der diese Aktionen erm\u00f6glichte. Aber wir sind weiterhin daran, uns zusammenzutun. Wenn dich diese Entwicklungen ebenso betroffen machen &#8211; aus welcher Perspektive auch immer (ob als Bewohnende vom Klybeck oder einem sonstigen Stadtteil) oder du Lust hast gegen die Stadt der Reichen aktiv zu werden, melde dich bei zack@immerda.ch. Der Widerstand ist noch lange nicht vorbei !<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GENTRIFIZIERUNG VERSUCHT ZU VEREINZELN. ABER WENN WIR UNS ZUSAMMENTUN, DANN BEWIRKT SIE GENAU DAS GEGENTEIL: GEMEINSCHAFT.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#stimmen_aus_dem_zack \u2026Was das Zack diesen Monat bewirkte und noch weiterhin zu bewirken versucht = warum&#8217;s so wichtig ist, diesen Kampf weiterzuf\u00fchren\u2026 Die Gentrifizierung im Klybeck ist in vollem Gange &#8211; und das Tempo wird noch massiv anziehen. Was heisst das alles genau und was bringen Besetzungen wie das ZACK dabei? 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